Merkmale der elektronischen Rechnung in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Die Behörden der VAE haben über das Finanzministerium (Ministry of Finance oder MOF) und die Bundessteuerbehörde (Federal Tax Authority oder FTA) ein E-Rechnungssystem eingeführt, das vorschreibt, dass Handelsrechnungen in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt, empfangen und gespeichert werden müssen.

Das E-Rechnungssystem in den VAE wird schrittweise für Unternehmen, die Rechnungen nach dem Mehrwertsteuergesetz ausstellen, verpflichtend sein. Gemäß den durch das Bundesgesetz Nr. 16 von 2024 und das Bundesgesetz Nr. 17 von 2024 eingeführten Rechtsvorschriften werden die Konzepte „Steuerrechnung”, „Gutschrift” und „elektronische Rechnung” um digitale Formate erweitert.

EDICOM hat die offizielle Zertifizierung als E-Rechnungs-Dienstleister in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese Akkreditierung garantiert, dass der EDICOM Peppol Access Point gültige elektronische Rechnungen gemäß den vom Finanzministerium festgelegten Standards senden und/oder empfangen und Steuerdaten an die Bundessteuerbehörde (FTA) melden kann. 

Die elektronische Rechnungsstellung ist für folgende Steuerzahler verpflichtend:

  • Alle Personen, die unternehmerische Tägkeiten in den VAE ausüben
  • Regierungsbehörden
  • Unabhängig con Ihrer Registrierung für Mehrwertsteuerzwecke
  • Auch wenn sie nicht in den VAE ansässig sind (wenn sie im Land eine Steuerrechnung ausstellen müssen)

Folgende Geschäftsbeziehungen müssen berücksichtigt werden:

  • B2B
  • B2G
  • G2B
  • G2G

Folgende Geschäftsbeziehungen sind nicht berücksichtigt:

  • B2C
  • Spezifische hoheitliche Tägkeiten
  • Bestimmte Dienstleistungen von Fluggesellscheften
  • Bestimmte steuerbefreite Finanzdienstleistungen

Typen von elektronische Rechnungen

Es werden 6 Kategorien berücksichtigt:

  • Elektronische Steuerrechnung
  • Elektronische Steuergutschrift
  • Selbst ausgestellte elektronische Steuerrechnung
  • Selbst ausgestellte Gutschrift
  • Handelsrechnung
  • Elektronische Gutschrift

Vorläufige Rechnungen müssen ebenfalls elektronisch ausgestellt werden.

Verpflichtung

Der vorgesehene Fahrplan sieht Folgendes vor:

  • Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Mio. AED das E-Rechnungssystem einführen. 
  • Ab dem 1. Juli 2027 müssen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 50 Mio. AED das E-Rechnungssystem einführen. 
  • Staatliche Einrichtungen müssen ab dem 1. Oktober 2027 elektronische Rechnungen nutzen.

Format

Zu den unterstützten technischen Formaten gehören XML oder JSON sowie Standards wie UBL (Universal Business Language) oder AE PINT (Peppol Invoice Standard). Die Übermittlung muss über einen akkreditierten Dienstleister (Accredited Service Provider oder ASP) erfolgen. Die Rechnungen müssen alle vom Finanzministerium festgelegten Felder (z. B. Daten des Verkäufers, MwSt.-Nummer, Steueraufschlüsselung usw.) enthalten, wie im Datenlexikon angegeben.

Elektronische Signatur

Eine elektronische Signatur ist auf den Rechnungen nicht erforderlich.

Elektronische Archivierung

Die Rechnungen müssen für einen Zeitraum von 7 Jahren aufbewahrt werden.

Prozessablauf des 5-Ecken-Modells in den VAE

Das elektronische Rechnungsstellungssystem der Vereinigten Arabischen Emirate orientert sich an den internationalen Modellen der kontinuierlichen Transaktionskontrolle (CTC) und der digitalen Meldepflichten (DRR), die die Entwicklung der traditionellen Steuerkonformität hin zu einer digitalen Überwachungsumgebung in nahezu Echtzeit darstellen.

Im konkreten Fall der VAE basiert das System auf einem dezentralisierten 5-Ecken-Modell, das auf der Peppol-Infrastruktur basiert. Im Gegensatz zu reinen „Clearance”-Modellen (bei denen die Steuerbehörde die Rechnung vor dem Versand an den Kunden genehmigen muss) delegiert das Modell der VAE die technische Validierung und Übermittlung an akkreditierte Dienstleister (ASP).

Schlüsselkomponenten des Modells:

  • Sender und Empfänger müssen zertifizierte Peppol Access Points verwenden.
  • Es wird der Peppol-PINT-Standard der VAE verwendet, der an den lokalen steuerlichen Kontext angepasst ist.
  • Die zentrale staatliche Plattform dient als Aufbewahrungsort, ohne die Rechnungen zu validieren.

Prozessablauf:

  • Der Verkäufer schickt die Rechnung an seinen zertifizierten Dienstleister.
  • Dieser Dienstleister konvertiert das Dokument in das standardisierte strukturierte XML-Format.
  • Die Rechnung wird an den Dienstleister des Käufers und dann an den Käufer übermittelt.
  • Gleichzeitig werden die Steuerdaten an die staatliche Plattform übermittelt.
  • Diese meldet den erfolgreichen Empfang, überprüft aber nicht den Inhalt.

Das elektronische Rechnungsstellungsmodell in den VAE umfasst mehrere grundlegende technische Merkmale:

  • XML als strukturiertes Format: Rechnungen müssen im XML-Format gemäß den festgelegten technischen Spezifikationen ausgestellt werden. Dies ermöglicht eine automatische Verabeitung und macht PDF- oder Papierformate als Hauptdokumente überflüssig.
  • Kein QR-Code: Im Gegensatz zu anderen Ländern mit Vorabgenehmigungsmodellen verlangt das System der Vereinigten Arabischen Emirate keine Aufnahme eines QR-Codes in die elektronische Rechnung.
  • Fast Echtzeit-Meldung an die FTA: Die relevanten Steuerdaten jeder Rechnung werden an die Bundessteuerbehörde übermittelt, was eine kontinuierliche Überwachung und mehr Transparenz ermöglicht.
  • Eindeutige UUID pro Rechnung: Jede elektronische Rechnung enthält eine eindeutige universelle Kennung (UUID), die die Rückverfolgbarkeit gewährleistet und Doppelungen verhindert.
  • Zweisprachige Kompatibilität: Das System ist für die Nutzung in Arabisch und Englisch ausgelegt und lässt sich somit leicht in lokale und internationale Unternehmensumgebungen integrieren.

FAQ zu den Vereinigten Arabischen Emiraten

Die Verpflichtung gilt in erster Linie für Unternehmen, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten umsatzsteuerlich registriert sind. Der genaue Zeitplan hängt von den von der FTA festgelegten Umsetzungsphasen ab.

Die Einbeziehung von B2C-Transaktionen hängt von den künftigen Regulierungsphasen und dem endgültigen Geltungsbereich ab, der von der FTA festgelegt wird.

Es handelt sich um ein Unternehmen, das befugt ist, den Austausch elektronischer Rechnungen zu ermöglichen, technische Überprüfungen durchzuführen und die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zu gewährleisten.

Die Rechnung muss alle vorgeschriebenen steuerlichen Angaben enthalten, darunter die Identifikationsdaten des Ausstellers und des Empfängers, das Datum, die Rechnungsnummer, den Betrag, die Mehrwertsteuer sowie alle weiteren gesetzlich vorgeschriebenen Angaben.

Je nach Art der Transaktion und den endgültigen regulatorischen Anforderungen kann es erforderlich sein, dass bestimmte Rechnungen zur Überprüfung und Authentifizierung mit einem QR-Code versehen werden müssen.

Grundsätzlich werden die Integrität und Echtheit der Rechnungen durch die technologische Infrastruktur des Systems gewährleistet, doch könnten bestimmte Fälle zusätzliche Kontrollen erfordern.

Rechnungen müssen im strukturierten XML-Format gemäß den Peppol-PINT-AE-Spezifikationen ausgestellt werden.

Jede Rechnung enthält:

  • Eine fortlaufende Nummer
  • Eine eindeutige UUID

Dadurch werden Doppelungen vermieden und die Rückverfolgbarkeit verbessert.

Der empfangende ASP sendet eine Ablehnungs- oder Fehlermeldung zurück. Die Rechnung muss korrigiert und erneut übermittelt werden.

Es empfiehlt sich, Aspekte wie Erfahrung mit Peppol, internationale Abdeckung, Integrationsmöglichkeiten, Supportqualität, Serviceverfügbarkeit, Sicherheitszertifizierungen, Skalierbarkeit und Erfahrung mit ähnlichen Projekten zu prüfen.

Sie ermöglicht die Automatisierung des Rechnungseingangs, verbessert die Datenqualität, reduziert manuelle Aufgaben, beschleunigt Genehmigungen und erhöht die Transparenz hinsichtlich der Zahlungsverpflichtungen.

Zertifizierte ASPs verfügen in der Regel über automatische Validierungskontrollen, Aktualisierungen der gesetzlichen Vorschriften, Transaktionsüberwachung und Rückverfolgbarkeitsmechanismen, die dabei helfen, Fehler zu erkennen, bevor sie sich auf die Geschäftsprozesse auswirken.

Die Qualität der Stammdaten ist entscheidend für den Erfolg des Projekts. Fehler bei Steuerkennungen, Adressen, Steuernummern oder Kunden- und Lieferantendaten können zu Ablehnungen und Verarbeitungsfehlern führen.

Die elektronische Rechnungsstellung macht manuelle Prozesse überflüssig, verbessert die Datenqualität, erleichtert die Systemintegration und sorgt für mehr Transparenz bei Finanzvorgängen.

Zu den häufigsten Risiken zählen die Komplexität der Systemintegrationen, Probleme mit der Datenqualität, Verzögerungen bei den Tests, ein Mangel an internen Ressourcen und eine unzureichende Projektplanung.

Ja. Viele Organisationen entscheiden sich für zentralisierte Modelle, die es ermöglichen, mehrere juristische Personen über eine einzige Plattform zu verwalten und gleichzeitig die lokalen regulatorischen Anforderungen einzuhalten.

Unternehmen können einen Großteil ihrer Erfahrungen in den Bereichen ERP-Integration, XML-Generierung, Automatisierung, Projektsteuerung und Ausnahmebehandlung wiederverwenden. Allerdings müssen sie die spezifischen Anforderungen des auf Peppol basierenden Modells der Vereinigten Arabischen Emirate anpassen.

Weil andere Länder der Region auf ähnliche Modelle der elektronischen Rechnungsstellung zusteuern. Eine skalierbare Architektur ermöglicht die Wiederverwendung von Entwicklungen, Prozessen und Integrationen für künftige Vorschriften in Ländern wie Oman, Katar oder Bahrain.

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