Elektronische Rechnung in Marokko: ab 2026 im UBL-Format verpflichtend

27.4.2026 (Updated)

Marokko strebt im Rahmen seiner digitalen Transformation im Steuerwesen die Einführung der elektronischen Rechnungspflicht ab 2026 an. Diese Initiative stützt sich rechtlich auf das Finanzgesetz von 2018 (Artikel 145-9) und wird von der Generaldirektion für Steuern (DGI) geleitet, mit dem Ziel, die Effizienz der Steuerverwaltung zu verbessern, die Transparenz zu stärken und Steuerhinterziehung zu bekämpfen.

Die Phasen der Einführung der elektronischen Rechnung in Marokko sind folgende:

  • Oktober 2024: Vorstellung der ersten Entwürfe für das System der elektronischen Rechnungsstellung in Marokko und Einleitung einer öffentlichen Konsultation, um die Meinungen der Wirtschaftsakteure einzuholen. In dieser Anfangsphase wurde zudem der Auftrag zur Entwicklung der Plattform an das lokale Technologieunternehmen xHub vergeben.
  • Erste Phase 2026 (Zentralisiertes Portal): Offizielle Einführung und Beginn der Verpflichtung zur elektronischen Rechnungsstellung in Marokko. Ab 2026 müssen Unternehmen schrittweise die elektronische Rechnung verwenden und dabei die von der DGI festgelegten Kriterien erfüllen. Die Behörden haben darauf hingewiesen, dass die Einführung je nach Art und Größe der Unternehmen schrittweise erfolgen wird, ähnlich wie in anderen Ländern, um den Übergang zu erleichtern und eine geordnete Integration in die Rechnungsstellungs- und Buchhaltungsprozesse zu gewährleisten.​
  • Nächste Schritte (Fristen noch festzulegen): Einbeziehung zertifizierter privater Dienstleister (CSP) für das Rechnungsmanagement, mit Ausweitung auf kleine und mittlere Unternehmen sowie B2C-Prozesse.

Wie funktioniert das Modell der elektronischen Rechnung in Marokko?

Die neue Plattform wird auf einer Microservices-Architektur basieren, was Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit an die Marktanforderungen ermöglicht. Um die internationale Interoperabilität zu gewährleisten, werden Standardformate wie UBL (Universal Business Language), wobei UBL das bestätigte Format für Rechnungen ist.

Was den Rechnungsfluss betrifft, wird das Modell zunächst zentralisiert anlaufen: Die DGI nimmt alle Rechnungen entgegen und leitet sie an den Empfänger weiter, wobei eine integrierte Anbindung an das Portal möglich ist. Das System wird zudem einen Mechanismus für den Rechnungslebenszyklus beinhalten, der die Zahlungsbestätigung umfasst. In dieser ersten Phase beschränkt sich die Verpflichtung auf den B2B-Verkehr, obwohl die Behörden angedeutet haben, dass der B2C-Verkehr in späteren Phasen einbezogen werden könnte.

Modell der Beauftragung privater Betreiber (CSP): die nächste Phase der elektronischen Rechnung in Marokko

Einer der wichtigsten angekündigten Punkte ist die Absicht der DGI, die Verwaltung der Rechnungen in späteren Phasen an private Anbieter, sogenannte CSP (Certified Service Providers), zu übertragen. Auch wenn die Einzelheiten der Zertifizierung und die technischen Anforderungen für diese privaten Plattformen noch nicht konkretisiert wurden, wurde bestätigt, dass sie Sicherheitsprüfungen bestehen müssen und dass diesbezüglich technische Spezifikationen veröffentlicht werden.

Dieser Ansatz, der sich an lateinamerikanischen Modellen orientiert, zielt auf ein System der kontinuierlichen Transaktionsüberwachung (CTC) unter Einbeziehung zugelassener Anbieter ab, ähnlich dem Modell, das andere Länder der Region eingeführt haben.

Wie bereitet man sich auf die elektronische Rechnungsstellung in Marokko vor?

Da die Einführung der elektronischen Rechnungsstellung in Marokko näher rückt, sollten Unternehmen frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen. Zu den wichtigsten Schritten zählen die Analyse bestehender Rechnungsstellungssysteme, die Anpassung an den UBL-Standard sowie die Entwicklung einer klaren Strategie für die Anbindung an das zentrale Portal. In späteren Phasen wird es zudem entscheidend sein, den Zertifizierungsprozess für private Dienstleister (CSP) sowie die definierten Anforderungen an Sicherheitsaudits im Blick zu behalten.

EDICOM, ein globaler Anbieter von Lösungen für die elektronische Rechnungsstellung mit Präsenz in mehr als 80 Ländern und umfangreicher Erfahrung mit CTC-Modellen in Lateinamerika und Europa, verfolgt die regulatorischen Entwicklungen in Marokko kontinuierlich. So kann das Unternehmen seinen Kunden passgenaue Lösungen bereitstellen, sobald die gesetzlichen Verpflichtungen in Kraft treten.

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