Nordmazedonien treibt mit dem Projekt e-Faktura die Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnung in 2026 voran
Start der Pilotphase für die elektronische B2B-Rechnung
Das mazedonische Finanzministerium hat mit der Testphase seines obligatorischen elektronischen Rechnungsstellungssystems B2B e-Faktura begonnen. Im neuen Rahmen weden alle Rechnungen für bargeldlose Transaktionen elektronisch über die zentrale Plattform DAP ausgestellt und validiert.
Das voraussichtliche Datum für das Inkrafttreten durch das Finanzamt (Public Revenue Office – PRO) mit einer schrittweisen Umsetzung ist Oktober 2026.
- Januar 2026: Beginn der phasenweisen Tests
- Oktober 2026: Verpflichtung für alle Steuerzahler
Nordmazedonien leitet eine der wichtigsten Reformen seines Steuer- und Rechnungsstellungssystems ein: die Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnung, bekannt als e-Faktura. Diese Initiative unter der Leitung des Finanzamtes (Public Revenue Office – PRO) und des Finanzministeriums zielt darauf ab, die Steuerverwaltung zu modernisieren, die Mehrwertsteuerkontrolle zu verstärken und mehr Transparenz in der nationalen Wirtschaft zu fördern.
Die Einführung der E-Rechnung bedeutet eine tiefgreifende Modernisierung des Steuersystems in Nordmazedonien und steht im Einklang mit internationalen Trends in der digitalen Steuerverwaltung, wie beispielsweise den Modellen der kontinuierlichen Transaktionskontrolle (Continuous Transaction Controls – CTC), die eine Überwachung der Wirtschaftstätigkeit in Echtzeit ermöglichen.
Darüber hinaus wird erwartet, dass das Land durch die Standardisierung und Digitalisierung der Rechnungsstellungsprozesse die Steuerhinterziehung reduzieren, die Verwaltungseffizienz verbessern und die Steuerdisziplin stärken kann, was sowohl dem öffentlichen als auch dem privaten Sektor zugute kommt.
In der Testphase, die im Januar 2026 begann, wird die Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) für den Versand elektronischer Rechnungen überprüft, eine technische Brücke, die die Unternehmensverwaltungssysteme mit der elektronischen Rechnungsplattform verbindet und einen automatischen und standardisierten Austausch von Rechnungen ermöglicht. An dieser Testphase können ausschließlich Benutzer teilnehmen, die im e-UJP-System registriert sind.
Was ist e-Faktura?
Das System e-Faktura ist eine zentralisierte digitale Plattform, die die Ausstellung, Übermittlung, Validierung und den Empfang strukturierter elektronischer Rechnungen für alle Transaktionen ermöglicht, die nicht in bar bezahlt werden. Anstatt Rechnungen in Papierform oder als PDF per E-Mail zu versenden, werden diese direkt über das System übermittelt und erhalten in Echtzeit einen eindeutigen Validierungscode.
Der Ablauf ist wie folgt:
- Das Unternehmen erstellt die Rechnung über seine eigene Software oder über die offizielle PRO-Anwendung (DAP).
- Die Rechnung wird automatisch an die Plattform e-Faktura gesendet.
- Das System überprüft und validiert das Dokument in Echtzeit.
- Es wird eine eindeutige Kennung (eID) zugewiesen, und die Rechnung wird elektronisch an den Empfänger gesendet, ohne dass eine E-Mail oder physische Dokumente erforderlich sind.
Wichtige Termine
Die Einführung von e-Faktura wurde in mehrere Phasen unterteilt:
- 27. Juni 2025: Offizielle Vorstellung des Projekts vor dem Premierminister und den Medien.
- 1. Juli 2025: Formeller Start der Projektaktivitäten mit der Festlegung technischer Standards, der Entwicklung des Systems und der Schaffung des rechtlichen Rahmens.
- 1. Januar 2026: Start der Pilotphase mit Tests zur API-Integration und Versand von Testrechnungen.
- Drittes Quartal 2026 (ca. 1. Oktober): Verpflichtung zur Verwendung von e-Faktura für alle Steuerzahler, die nicht-monetäre Rechnungen ausstellen.
Während die Einführung des Systems voranschreitet, hat die PRO Umfragen und Beratungsgruppen mit Unternehmen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Technologiebranchen ins Leben gerufen, um Vorschläge und Erfahrungen zu sammeln. Außerdem werden technische Unterlagen und Spezifikationen veröffentlicht, um die Anpassung zu erleichtern.
Der Anpassungsprozess bedeutet, dass Unternehmen folgende Punkte berüchsichtigen:
- Überprüfung der aktuellen Rechnungssysteme.
- Integration des ERP oder Managementlösungen über APIs in die e-Faktura-Plattform.
- Schulungen des Teams in Bezug auf die Nutzung des neuen Systems und den technischen Anforderungen des strukturierten Rechnungsformates.
Die Behörden haben betont, dass e-Faktura nicht nur den Verwaltungsaufwand für Unternehmen reduziert, sondern auch:
- Erleichtert die Abschaffung von Papier und manuellen Prozessen.
- Reduziert Kosten für Logistik, Archivierung und Personal.
- Erhöht die Steuerkontrolle und die Zuverlässigkeit der Buchhaltungsdaten.
- Ermöglicht die automatisierte Aufdeckung von Steuerbetrug und unregelmäßigen Praktiken.
- Erleichtert Quervergleiche mit Bank-, Zoll- und Finanzdaten.