Vereinigtes Königreich: Elektronische Rechnungsstellung ab April 2029 verpflichtend

25.6.2026 (Updated)

Digitale Transformation im Vereinigten Königreich: Obligatorische elektronische Rechnungsstellung

HM Revenue and Customs (HMRC), die Behörde, die für die Erhebung der Steuern zur Finanzierung der öffentlichen Dienstleistungen im Vereinigten Königreich zuständig ist, durchläuft derzeit die tiefgreifendste Umgestaltung seit Jahrzehnten. Im Mittelpunkt dieser Erneuerung steht ein klares Ziel: die Modernisierung des Steuer- und Zollsystems, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, die Erfahrungen der Steuerzahler zu verbessern und die Einhaltung der Steuervorschriften zu stärken.

Die HMRC und das Ministerium für Wirtschaft und Handel (DBT) haben 2025 eine gemeinsame Konsultation gestartet, um Meinungen zur Standardisierung der elektronischen Rechnungsstellung und zur verstärkten Einführung dieser Technologie in Unternehmen und im öffentlichen Sektor des Vereinigten Königreichs einzuholen.

Im britischen Haushalt für 2025 hat die Regierung festgelegt, dass ab dem 1. April 2029 die Verwendung elektronischer Rechnungen für Mehrwertsteuerrechnungen bei B2B- und B2G-Transaktionen obligatorisch sein wird.

Peppol, die Grundlage des zukünftigen Ökosystems für die elektronische Rechnung

Das Vereinigte Königreich setzt auf ein Modell, das auf offenen und interoperablen Standards basiert. 

Peppol, eine international weit verbreitete Infrastruktur, ermöglicht den sicheren und standardisierten Austausch elektronischer Dokumente zwischen Organisationen, unabhängig davon, welche Software oder welchen Technologieanbieter diese nutzen.

Dank dieses Modells können Unternehmen und öffentliche Verwaltungen elektronische Rechnungen, Bestellungen, Lieferscheine und andere Geschäftsdokumente effizient austauschen, was sowohl nationale als auch internationale Transaktionen erleichtert.

Mit der Entscheidung für Peppol reiht sich das Vereinigte Königreich in die Reihe anderer Länder ein, die dieses Netzwerk bereits als Grundlage für ihre Strategien zur Digitalisierung und Modernisierung der Rechnungsstellungsprozesse übernommen haben.

In den kommenden Jahren werden sowohl die technischen Aspekte als auch der endgültige Zeitplan für die Einführung konkretisiert, wobei das Zieljahr 2029 festgelegt wurde.

Unternehmen, die Peppol bereits in anderen Märkten nutzen, können von den bestehenden Integrationen und Entwicklungen profitieren, während diejenigen, die noch nicht Teil des Netzwerks sind, Zeit haben, ihre Systeme anzupassen und eine schrittweise Einführung zu planen.

EDICOM ist zertifizierter Anbieter für den Zugang zum Peppol-Netzwerk (Peppol Access Point) und bietet Lösungen an, die es Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen ermöglichen, elektronische Rechnungen und andere Geschäftsdokumente gemäß internationalen Standards auszutauschen.

Dank unserer Erfahrung mit internationalen Projekten im Bereich der elektronischen Rechnungsstellung und der Einhaltung steuerrechtlicher Vorschriften unterstützen wir bei EDICOM Organisationen dabei, sich an das Peppol-Netzwerk anzuschließen, ihre ERP-Systeme zu integrieren und sich an die neuen regulatorischen Anforderungen anzupassen, die weltweit die digitale Transformation der Rechnungsstellung vorantreiben.

Das digitale Modell

Der Fahrplan für die digitale Transformation legt den Grundstein für ein langfristiges Ziel: den Aufbau eines Steuer- und Zollsystems, das sich nahtlos in den Alltag der Menschen und in die Abläufe der Unternehmen einfügt. Es handelt sich um ein auf Einfachheit basierendes Modell mit optimierten Prozessen dank Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI), einer besseren Datenintegration und leichter zugänglichen digitalen Diensten. Für die meisten Steuerzahler bedeutet dies schnellere und klarere Interaktionen mit der HMRC. Es handelt sich nicht nur um eine technologische Aktualisierung, sondern um eine vollständige Neugestaltung des Steuersystems.

Ein wichtiger Meilenstein wird die für April 2026 geplante Integration der Valuation Office Agency (VOA) in die HMRC sein. Die VOA spielt eine zentrale Rolle im Immobiliensteuersystem von England und Wales. Durch ihre Eingliederung können die Verwaltungskosten um 5 bis 10 % gesenkt und die Dienstleistungen für Steuerzahler und Unternehmen verbessert werden.

Der Weg zu einem digitalen Modell erfordert eine tiefgreifende Erneuerung der Infrastruktur. Es wird in Datenplattformen, künstliche Intelligenz und Cybersicherheit investiert, um die Dienstleistungen zu beschleunigen und Verstöße in Echtzeit aufzudecken. Außerdem ist geplant, die Steuervorschriften und Meldeschwellen zu vereinfachen, um das Verständnis der Steuerpflichten zu erleichtern.

In diesem Zusammenhang ist eine der Säulen der Reformen die Digitalisierung der Verwaltungs- und Steuerprozesse, wobei insbesondere die elektronische Rechnungsstellung als wichtiges Instrument für eine flexiblere, transparentere und effizientere Verwaltung hervorzuheben ist. Damit sollen Verwaltungsaufwand reduziert, die Rückverfolgbarkeit von Handelsgeschäften verbessert und Steuerbetrug bekämpft werden, während gleichzeitig die operative Effizienz in den Organisationen gesteigert wird.

Die Einführung eines elektronischen Rechnungsstellungssystems wird eine bedeutende Veränderung in den täglichen Abläufen britischer Unternehmen mit sich bringen. Diese Veränderung steht im Einklang mit den bereits etablierten Trends in zahlreichen Ländern Europas und anderen Regionen der Welt, wo die elektronische Rechnungsstellung sich als Standard durchgesetzt hat, der die Automatisierung von Prozessen erleichtert und die finanzielle Transparenz stärkt.

Langfristig ist das Ziel ein Steuersystem, das sich nahtlos in die digitalen Tools einfügt, die Menschen und Unternehmen bereits nutzen. Von integrierter Buchhaltungssoftware bis hin zu neuen Zahlungstechnologien – HMRC möchte, dass die Steuererklärung automatisiert und nahezu unsichtbar wird. KI wird dabei eine immer wichtigere Rolle spielen: von der Beantwortung von Fragen über die Zusammenfassung von Anrufen bis hin zur Unterstützung der Beamten bei ihren Verwaltungsaufgaben.

Mit intelligenteren Tools, einfacheren Prozessen und einem steuerzahlerorientierten Ansatz bereitet sich HMRC darauf vor, ein gerechteres, zugänglicheres und zukunftsfähiges Steuersystem anzubieten.

Digitalisierungsstrategie des NHS-Gesundheitssystems

Das britische Gesundheitsministerium (DH) verfolgt eine Strategie der elektronischen Beschaffung, die sich an den National Health Service (NHS) und dessen Lieferanten richtet. Das Hauptziel besteht darin, den Beschaffungsprozess für Waren und Dienstleistungen zu beschleunigen und effizienter zu gestalten.

Diese Initiative hat zum Ziel, das Beschaffungsmanagement im Gesundheitswesen grundlegend zu verändern und es agiler, effizienter, transparenter und sicherer zu gestalten. Zu diesem Zweck soll der Austausch wichtiger Dokumente innerhalb der Lieferkette, wie Bestellungen, Rechnungen, Gutschriften, Versandbenachrichtigungen und auch Produktdaten, vollständig automatisiert werden. Die Digitalisierung dieser Prozesse reduziert nicht nur Zeitaufwand und menschliche Fehler, sondern ermöglicht auch eine viel genauere Rückverfolgbarkeit der Ressourcen, was in Krankenhausumgebungen, in denen Effizienz einen direkten Einfluss auf die Patientenversorgung haben kann, von entscheidender Bedeutung ist.

Ein wesentlicher Pfeiler dieser Strategie ist die verbindliche Einführung internationaler Standards wie GS1 und Peppol. Diese technischen Rahmenbedingungen gewährleisten die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen, sodass die Lieferanten des NHS unabhängig von ihren Plattformen ohne technologische Reibungsverluste kommunizieren können. Durch die Arbeit an diesen globalen Standards stellt das DH sicher, dass die Modernisierung des britischen Gesundheitssystems mit den internationalen Best Practices im Bereich der Lieferkette in Einklang steht.

In diesem Zusammenhang positioniert sich EDICOM als wichtiger strategischer Partner. Als akkreditierter Peppol Access Point bietet es eine umfassende Lösung, die alle technischen und regulatorischen Anforderungen der Strategie erfüllt. Seine Plattform bietet einen von GS1 zugelassenen elektronischen Katalog und Automatisierungsdienste, die eine nahtlose Integration von EDI-Nachrichten direkt in die ERP-Systeme der Lieferanten ermöglichen. Dies beschleunigt nicht nur die Prozesse, sondern setzt auch personelle Ressourcen frei und verbessert die Kontrolle über die Abläufe, wodurch die Entwicklung hin zu einem wirklich digitalen Gesundheitsmanagement erleichtert wird.

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